Auto gut – alles gut

Mönchberg Die Mönchberger Gesetzbücher begeistern seit ihrer Gründung im Jahr 1987 Jahr für Jahr zahllose Freunde authentischen, handfesten Volkstheaters am ganzen Untermain, hatten inzwischen weit mehr als 50 000 Zuschauer und unterstützen seitdem mit dem Erlös ihrer Aufführungen auch ganz entscheidend das kirchliche und kulturelle Leben des Höhenluftkurorts.
Dazu tragen aber nicht nur die Akteure auf der Bühne bei: Ganz wichtig ist auch ein Mann, der seit 1990 ohne Pause bei mehr als 300 Aufführungen mitwirkte, in all den Jahren aber nur dreimal zu sehen war, wenn der Vorhang aufging. Ronald Reinfurt feiert in diesem Jahr sein »Silberjubiläum« bei den Gesetzbüchern: 25 Jahre Theater.
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und zählt so viele Aufgaben von »Ronny« auf, dass klar wird, warum der
nur in den Spielzeiten 1992/1993 und 2003 die Zeit fand, selbst eine
Rolle zu übernehmen. In seinem ersten Jahr, 1990, war er »nur« für die
Tontechnik zuständig und bis heute wird er ein bisschen damit
aufgezogen, dass damals wohl beim Schuss in der ersten Szene nicht alles
so ganz funktioniert hat.So etwas ist seitdem nie mehr passiert, denn
Ronald Reinfurt hat die Technik voll im Griff, sorgt als
Zeremonienmeister für den punktgenauen Ablauf, garantiert als Techniker,
dass Licht und Ton stimmen und der Vorhang zur richtigen Sekunde auf-
und zugeht, spielt mit seinem Computer die notwendigen Geräusche perfekt
ein, ist dafür verantwortlich, dass die Kulissen immer atmosphärisch
dichte Räume auf die Bühne zaubern und dass Jahr für Jahr die
Aufführungen in Videomitschnitten festgehalten werden.
Wer sich seit
vielen Jahren bei den Aufführungen der »Gesetzbücher« bestens unterhält,
weiß, dass »Ronny« Reinfurt seine Aufgaben tatsächlich perfekt
erledigt:
Für
ihn gilt nämlich dasselbe wie für einen Schiedsrichter: Beide haben
dann beste Arbeit geleistet, wenn man sie beim Spiel nicht wahrnimmt.
Kein Wunder, dass Regisseur Keller voll des Lobes ist: »Ohne Ronny
hätten wir nicht so viel Qualität in unseren Produktionen und in unserer
Außenwirkung. Und da er auch das gesellschaftliche Leben innerhalb der
Gruppe nach Kräften fördert, ist er einfach unentbehrlich.«
Das wird
sicher auch so sein, wenn sich am 22. März in Mönchberg wieder der
Vorhang öffnet und die »Gesetzbücher« mit »Auto gut, alles gut« wieder
15 Mal die Lachmuskeln der Zuschauer im Pfarrheim und in der
VfL-Turnhalle strapazieren werden. Und wenn man auch dann Ronald
Reinfurt erst ganz zum Schluss sieht, hat der König hinter den Kulissen
wieder einmal beste Arbeit geleistet.(Heinz Linduschka)
Spende: Gesetzbücher verteilen Geld an Kirche und VfL
Reinhold Keller (Zweiter von links), Regisseur der Mönchberger Gesetzbücher verteilte Schecks an Dekan Franz Leipold (links) und Kirchenpfleger Werner Weis (Zweiter von rechts) und Vorstandsprecher Martin Roob (rechts). Foto: Heinz Linduschka
2584 Zuschauer hatten für ausverkaufte Säle gesorgt und einen neuen Höhepunkt in der Erfolgsgeschichte der erfolgreichen Theatertruppe gesetzt.
Über 8300 Euro für die Pfarrgemeinde konnten sich Dekan Franz Leipold (links) und Kirchenpfleger Werner Weis (2.von rechts) freuen. Mit diesem Geld soll die dringend notwendige Sanierung der historischen Gartenmauer beim alten Pfarrhof angegangen werden.
Pfarrer Leipold weist auf die Risse und Spalten in der Mauer hin, die sich so weit nach außen gewölbt hat, dass auch aus Sicherheitsgründen etwas getan werden muss. Dass im Zug der Arbeiten der Gehsteig der angrenzenden Straße verbreitert werden soll, trägt ebenfalls zur Verkehrssicherheit in Mönchberg bei.
Für den VfL-Mönchberg nahm dessen Vorstandsprecher Martin Roob (rechts) den Umschlag mit 2 400 Euro entgegen. Die gesamte Summe will der Verein in die Jugendförderung investieren.
Die Mönchberger Gesetzbücher wurden als Theatergruppe im Mai 1987 gegründet. Den ungewöhnlichen Namen tragen sie, um ihre Verbundenheit zur Tradition und Geschichte Mönchbergs hervorzuheben. Ihre Inszenierungen sind stets mit örtlichen Gegebenheiten und Orginalen gewürzt.
(hlin)
Mönchberg Sie zählen zu den »Urgesteinen« der Mönchberger Gesetzbücher und stehen seit Gründung der Gruppe, also seit 1988, auf der Bühne: Werner Becker und Erich Österlein. Heuer öffnet sich der Vorhang für sie zum 250. Mal.
Ein wirklich seltenes Jubiläum für lupenreine Amateure, die seit 25 Jahren viel Freizeit und noch mehr Energie aufbringen, um Jahr für Jahr Tausende von Zuschauern zum Lachen zu bringen und viel Geld einzuspielen, mit dem das kulturelle und soziale Leben in Mönchberg unterstützt wird. Mit beiden »Jubilaren« sprach unser Mitarbeiter Heinz Linduschka.
Was hat Sie motiviert, so viele Jahre so viel Freizeit und Energie in das Theaterspielen zu investieren?
Werner Becker: Der Spaß am Theaterspielen, wobei es das Höchste ist, wenn der Funke zum Publikum überspringt und man Eins wird mit der Rolle. Dann vergisst man die vielen Proben und den großen Aufwand, den man für dieses Hobby betreibt. Gemeinsam etwas zu erreichen und dabei auch noch etwas Gutes zu tun, davon profitiere nicht nur ich, davon profitiert im weitesten Sinne auch unsere Gesellschaft. Außerdem hat das Theaterspielen im Laufe der Jahre auch ein wenig positiv meinen Charakter geprägt.
Was ist für Sie das Besondere am Theaterspielen mit den Gesetzbüchern?
Erich Österlein: Wir kennen uns nun schon sehr lange und wissen, wie wir uns zu nehmen haben. Das macht das Theaterspielen viel leichter, und man kann sich ganz auf seine Rolle konzentrieren. Die Freude an diesem wunderschönen Hobby ist ganz entscheidend und natürlich die Gemeinschaft, das Proben und Auftreten mit allen Mitgliedern unserer Gruppe. Wenn dann der Abend gut läuft, und die Zuschauer im Pfarrheim oder in der VfL-Halle begeistert sind, ist der monatelange Aufwand für die Proben schnell vergessen.
Können Sie sich noch an den witzigsten, den peinlichsten und den schönsten Moment in all den Aufführungen erinnern?
Werner Becker: Sehr witzig war für das Publikum – damals weniger für mich und meine Kollegin auf der Bühne -, als ein Theaterkollege sich hinter der Bühne vor dem Monitor darüber lustig machte, dass wir nicht mehr weiter wissen. Dabei wäre er dran gewesen, wir warteten auf ihn und konnten gar nicht weiterspielen. Hinterher fand ich das sehr witzig, aber eben nur hinterher.
Der peinlichste Moment war, als sich meine Perücke verschoben hat und ich meiner Kollegin nur zuflüstern konnte, dass sie doch bitte meine »Kappe« zurechtrücken solle. Der schönste Moment ist, wenn ich, wie heuer beim »geliehenen Opa«, den Satz sagen darf: Wenn ich dich seh, vergäit mir der Abeditt.
Wie würden Sie versuchen, einen jungen Mann/eine junge Frau zu motivieren, bei den Gesetzbüchern mitzuspielen?
Becker und Österlein: Du kannst dich so darstellen wie du gerne sein möchtest und dabei noch große Anerkennung gewinnen. Du hast bei diesem Hobby keine finanziellen Aufwendungen. Du lernst viele Leute kennen, und wenn du einmal Theaterluft geschnuppert hast, kommst du davon nicht mehr los. Du lernst, frei zu sprechen, dich gekonnt zu bewegen und dich in Szene zu setzen. Dies kann dich nicht nur privat sondern auch in deinem Berufsleben weiter bringen. Das sind doch wirklich genug Gründe, um Zeit und Einsatz in die Proben zu investieren.
Zahlen und Fakten: Erich Österlein und Werner Becker Erich Österleins Bühnenkarriere begann 1988 als Polizeiwachtmeister, machte aber auch als Wunderheiler und als Liebesgott Amor eine gute Figur. Am 26. April steht er zum 250. Mal auf der Bühne, dieses Mal in der VfL-Halle als Staubsaugervertreter Anselm Swirl.
Immer, wenn er auftrat, war auch Werner Becker dabei – ebenfalls ein Mann der ersten Stunde bei den Gesetzbüchern. Vor 25 Jahren stand er als Landbriefträger Sägebiel zum ersten Mal auf der Bühne in Mönchberg – und damit zählt er zu den Gründungsmitgliedern der Gesetzbücher. Topmodell, Möchtegerngauner, Wirt, Italiener oder Teufel im »Lisbethchen« – es gibt kaum eine Rolle, in die Becker nicht glaubwürdig schlüpfen kann. Als heuer mit großem Erfolg die Premiere des »Geliehenen Opa« vor vollem Haus lief, spielte er wieder eine zum Brüllen komische Rolle. Als Pensionsgast Jörg wandelt er auf Freiersfüßen, als ein hilfloses Muttersöhnchen im reifen Alter. (hlin)
Bericht von Heinz Linduschka:
Werner Becker kann am Samstag beim „geliehenen Opa“ ein tolles Jubiläum feiern
Mönchberg. Vor 25 Jahren stand er als Landbriefträger Sagebiel zum ersten Mal auf der Bühne in Mönchberg – und damit zählt er zu den Gründungsmitgliedern der „Gesetzbücher“, die bis heute weit mehr als 50 000 Theaterfreunde zum Lachen gebracht und mit den Einnahmen das gesellschaftliche Leben im Luftkurort entscheidend gefördert haben. Wenn sich am Samstag der Vorhang für den „Geliehenen Opa“ öffnet, wird Becker wieder eine zum Brüllen komische Rolle spielen. Diesmal wandelt er als Pensionsgast Jörg auf Freiersfüßen, ein hilfloses Muttersöhnchen im reifen Alter. Dass er passend zu seinem Jubiläum am Ende eine gute Partie macht, darf hier durchaus verraten werden – ob er sich aber vom Schürzenzipfel der Mutter lösen kann, bleibt ein Geheimnis.
Topmodell, Möchtegern-Gauner, Wirt, Italiener oder Teufel im „Lisbethchen“ – es gibt kaum eine Rolle, in die Becker nicht glaubwürdig schlüpfen kann. Sein stimmliches Verwandlungstalent und seine gesanglichen Qualitäten helfen ihm dabei, selbst Roy Balck oder Howard Carpendale sind vor seinem komödiantischen Talent nicht sicher. Am Samstag können sich die Besucher des „Geliehenen Opa“ im Pfarrheim Mönchberg davon überzeugen, wie frisch und jung Theaterspielen hält.
Kann Anita Keller als Karrierefrau Emelie den rührend hilflosen Jörg (Werner Becker) seine dominierende Mutter vergessen lassen? Für Becker öffnet sich am Samstag der Vorhang der Mönchberger „Gesetzbücher“ zum 250. Mal.
»Der geliehene Opa« heißt heuer das Stück, bei dem kein Auge trocken bleibt und am Ende minutenlanger Beifall die zwölf Akteure und die Menschen hinter der Bühne für ihre Leistung belohnt.
Show für Singles
Turbulent, mit mitreißendem Spielwitz, witzigen Dialogen im authentischen Dialekt, mit Gestik, Mimik und einer ausgefeilten Präzision auf der Bühne, die neben den Akteuren dem engagierten Regisseur Reinhold Keller zu verdanken ist, entwickelt sich der Dreiakter. Er zeigt die Geschichte des Ehepaars Rose (rundum überzeugend: Udo Seufert und Renate Miltenberger) mit seinen zwei Kindern, das die klamme Haushaltskasse dadurch aufbessern will, dass man für ein paar Tage Singles aufnimmt und denen eine heile Familie vorspielt. Natürlich kann das nicht gut gehen, weil bei den Roses Tochter Katja und Sohn Felix oft als Streitschlichter bei den Eltern eingreifen müssen und ein Opa geliehen werden muss, um den Singles das perfekte Familienidyll vorzuführen. Wenn aber der Opa ein »Giftzwerg, eine Nervensäge« ist – so Bärbel Rose -, dann muss das ja schief gehen!
Dass sich am Ende alle Probleme erledigt haben, sich aufkeimende Eifersucht gelegt hat und sich verblüffend viele neue Paare finden, gehört zum Volkstheater. Wie das die Mönchberger mit ansteckender Begeisterung auf die Bühne zaubern, zeichnet die »Gesetzbücher« als außergewöhnlich gute Amateurtheatertruppe aus.
Alle zwölf Rollen sind glänzend besetzt. Vanessa Schließmann spielt die Tochter Katja sehr glaubwürdig und natürlich, Marco Motzel überzeugt als Sohn Felix, und als Jonas, Katjas neuer Freund, sorgt Mike Grün dafür, dass mit ihm als Hochdeutsch-Sprecher ein schöner Kontrast zum vorherrschenden Dialekt auf die Bühne kommt. Es gibt immer wieder Szenenapplaus, wenn Alexandra Seufert als Oma Rose allmählich ihre Abneigung gegen den geliehenen Opa – eine Glanzrolle für Gebhard Motzel – überwindet und entdeckt, dass man mit ihm gut auskommt, wenn man ihn nur am Ohr zieht und ihn so zur Räson bringt. Spontaner Beifall auch, wenn Erich Österlein die Knallcharge des Staubsaugervertreters Anselm Swirl verkörpert, wenn sich die beiden Singles – die Karrierefrau Emelie der Anita Keller und das rührend hilflose Muttersöhnchen Jörg des Werner Becker – langsam, aber sicher annähern. Genau so gespannt warten die Zuschauer darauf, ob es Hanna (Michaela Goihl) schafft, ihren Vater wieder von den Roses loszueisen, und ob sich die Nachbarin Thekla, blind wie ein Maulwurf, wieder mal mit der Grünpflanze unterhält. Für Eleonore Knapp erneut eine Rolle, bei der sie all ihre urkomischen Qualitäten ausspielen kann.
»Wenn ich Gesichter machen könnt’, würd’st du annerster aussehn«, sagt Oma Rose über den geliehenen Opa. »Annerster« sollte das Spiel der »Gesetzbücher« nicht aussehen. Genau so ist es nämlich perfekt – mit einer Souffleuse Ludwina Weis, die wieder mal ruhige Abende in ihrem Souffleurkasten verbringen kann, mit genau passenden Outfits der Figuren, für die Helga und Nadine Becker sorgen, mit der stimmungsvollen Beleuchtung des Ronald Reinfurt und mit der souveränen und einfallsreichen Regie des Reinhold Keller. Heinz Linduschka
Mönchberg 1988 startete mit der Komödie »Siebzehn und Zwei« die Erfolgsgeschichte der Mönchberger »Gesetzbücher«. Von den elf Akteuren, die damals auf der Bühne standen, sind auch heute noch sechs dabei, wenn sich am 2. März der Vorhang zur Premiere von »Der geliehene Opa« öffnet. Auch die Souffleuse Ludwina Weis hat ihren Kasten seitdem nur in der theaterlosen Zeit verlassen.
Proben seit Oktober
Dass die »Gesetzbücher« in diesen 25 Jahren kein bisschen müde geworden sind, beweisen schon die Proben zum neuen Stück, die seit Oktober 2012 laufen. Lachsalven sind auch heuer wieder garantiert, wenn im Lustspiel »Der geliehene Opa« Max und Bärbel Rose (Udo Seufert und Renate Miltenberger) ihre leere Haushaltskasse dadurch aufbessern wollen, dass sie Singles eine Art Urlaub im Familienkreis bieten.
Sohn Felix (Marco Motzel) und Tochter Katja (Vanessa Schließmann) spielen da wohl oder übel mit und auch Jonas, dem Freund Katjas (Mike Grün), bleibt nichts anderes übrig. Schließmann und Grün, 18 und 19 Jahre alt, sorgen übrigens mit ihrer Bühnenpremiere dafür, dass den »Gesetzbüchern« der Theaternachwuchs nicht ausgeht.
Für die beiden Gäste, gespielt von Anita Keller und Werner Becker, gehört zu einer intakten Familie aber unbedingt ein Opa dazu. Der muss her und die Roses leihen ihn sich kurzerhand von Hanna (Michaela Goihl) aus, die ganz froh ist, mal ein paar stressfreiere Tage zu erleben.
Paraderollen für Motzel und Knapp
Dieser Opa, den »Urgestein« Gebhard Motzel spielt, weiß nämlich ganz genau, dass alle auf ihn angewiesen sind, und nutzt das weidlich aus. Vier Mahlzeiten pro Tag, ein Spaziergang und ein Schläfchen hat ihm seine Tochter gesichert, Alkohol aber hat sie ihm verboten – aber da kennt sie ihn schlecht! Schließlich weiß Opa: »Nach drei Schnäpsen sterben die Würmer ab!« Bärbel merkt jedenfalls schnell: »Der macht ja jetzt schon, was er will!« »Opas lasse immer die Sau raus«, verkündet der Opa selbstbewusst, und damit es so richtig turbulent wird, setzt er auch den »Allergie-Nieser« Anselm Swirl, den Staubsaugervertreter, strategisch geschickt für sein organisiertes Chaos im Hause Rose ein. Für Erich Österlein eine dankbare Rolle. Und zum Chaos trägt auch die Thekla der Nachbarin, blind wie ein Maulwurf und trotzdem unverdrossen mit dem Auto unterwegs, kräftig bei. Kein Wunder, ist das doch wieder mal eine Paraderolle für Eleonore Knapp.
Der Autor des Lustspiels, Walter Pfaus, gehört zu den erfolgreichsten Schreibern im leichten Genre und der Regisseur der »Gesetzbücher«, Reinhold Keller, hat wieder einmal mit sensibler und pointensicherer Inszenierung dafür gesorgt, dass im Pfarrheim und in der VfL-Halle kein Auge trocken bleiben wird. Ein Probenbesuch lässt bereits ahnen, dass auch heuer vermutlich Ludwina Weis in ihrem Souffleurkasten ohne Beschäftigung sein wird.
Helga und Nadine Becker sorgen dafür, dass die zwölf Akteure auf der Bühne perfekt gestylt sind, Ronald Reinfurt bedient in gewohnter Perfektion die Technik. Und wenn doch mal was nicht so ganz glatt laufen sollte, dann ist ja immer noch Reinhold Keller als Regisseur zur Stelle. Aber das wird kaum passieren, schließlich geht es auf der Bühne beim »geliehenen Opa« schon turbulent genug zu.
Heinz Linduschka
Informationen im Internet:
www.diegesetzbuecher.de
Die Oma wird übrigens von Alexandra Seufert gespielt.
Zahlen und Fakten: Aufführungen in Mönchberg Pfarrheim: Samstag, 2. März, 20 Uhr (Premiere), Freitag, 8. März, und Samstag, 9. März, jeweils 20 Uhr, Sonntag, 10. März, 18 Uhr, Freitag, 15. März, und Samstag, 16. März, jeweils 20 Uhr, Sonntag, 17. März, 18 Uhr, Freitag, 22. März, und Samstag, 23. März, jeweils 20 Uhr, Sonntag, 24. März, 18 Uhr. VfL-Turnhalle: Freitag, 26. April, und Samstag, 27. April, Freitag, 3. Mai, und Samstag, 4. Mai, jeweils 20 Uhr. Eintrittskarten: Kreativity, Hauptstraße 46a, Tel./Fax 0 93 74 /28 13. (hlin)
Wir sagen -Danke-
…
Dieser Text steht auf der Internetseite unserer Theatergruppe „Die Gesetzbücher“, aber auch ich möchte mich im Namen der Marktgemeinde und aller Mönchberger Theaterfreunde ganz herzlich bei allen Aktiven vor und hinter der Bühne bedanken:
Doch das wertvollste was wir Theaterbesucher jedes Jahr aufs Neue von unserer Theatergruppe gespendet bekommen, ist eine riesige Portion Spaß und Freude, sowie beste Unterhaltung. Herzlichen Dank an „Die Gesetzbücher“, macht bitte weiter so!!!!
Thomas Zöller
1. Bürgermeister
Mönchberg
Geld ist nicht alles – schon gar nicht bei den Schauspielern der Mönchberger Gesetzbücher. Aber brauchen kann man es schon – auch in Mönchberg. Regisseur Reinhold Keller überreichte aus dem Erlös des Jubiläumsstücks 7200 Euro an Dekan Franz Leipold für die Anschaffung eines neuen Messgewands. 2100 Euro nahm VfL-Vorstandsmitglied Martin Roob entgegen.
Dekan Franz Leipold (links) freut sich über eine Spende von 7200 Euro. Martin Roob (rechts), Mitglied im VfL-Vorstand, bekam von Gesetzbücher-Regisseur Reinhold Keller 2100 Euro überreicht. Foto: Heinz Linduschka
Der Verein wird das Geld sparen, um anstehende Aufgaben meistern zu können.
Zwischen 8000 und 10000 Euro pro Spielzeit spenden die Mönchberger Laienspieler seit einigen Jahren, um das öffentliche Leben in der Gemeinde zu unterstützen und Gutes zu tun. Seit der ersten Aufführung von drei Sketchen 1987 setzten die Gesetzbücher nie aus – auch nicht, als das neue Pfarrheim gebaut wurde.
Rund 50000 Zuschauer haben seitdem 309 Aufführungen gesehen, und Mönchberg freute sich in 25 Jahren über Gesamtspenden von 167000 Euro. Nebenbei leisten die Akteure jährlich bis zu 3000 Stunden ehrenamtliche Arbeit – und das bei bester Laune und ohne das kleinste Zeichen von Müdigkeit.
Ohne Reinhold Keller, der selbst in zahllosen Stücken auf der Bühne brillierte und seit Jahren als Regisseur beste Arbeit leistet, hätten die Aufführungen sicher nicht diesen ausgezeichneten Ruf und würden Theaterfreunde aus Nah und Fern anziehen. Kaum einmal gibt es freie Plätze, wenn Jahr für Jahr zehn Aufführungen im Pfarrheim mit maximal 140 Zuschauern und vier Termine in der VfL Halle mit 250 Sitzplätzen angeboten werden. In 25 Jahren ist noch nie eine Aufführung ausgefallen, auch wenn es manchmal gar nicht gut aussah. So kam es vor, dass ein Arzt hinter die Bühne gerufen werden und einen Akteur mit einer Spritze fit für die Bühne machen musste.
Regisseur Keller ist es wichtig, dass die Preise familienfreundlich bleiben. Acht Euro kostet seit einigen Jahren die Karte, Kinder und Jugendliche bis 14 zahlen die Hälfte. Alle Akteure genießen – genau wie die Zuschauer – die intime Atmosphäre und die gute Akustik im Pfarrheim, im dem auch feine Facetten des Spiels zur Geltung kommen.
Keller feilt bis zum letzten Moment an der Inszenierung, beobachtet auch bei der Premiere die Reaktionen der Besucher, um notfalls Text, Gestik oder Mimik zu ändern. Apropos Text: Anita Keller hat eine ganz besonders wichtige Rolle – auch neben der Bühne: Sie schreibt die ausgewählten Stücke so effektiv um, ergänzt, streicht, ändert Formulierungen, dass der Erfolg garantiert ist und manchmal sogar die Autoren der Stücke verblüfft sind, was man aus ihren Vorlagen machen kann. Der Dialekt spielt da eine zentrale Rolle.
Dass die Gesetzbücher dem Kritiker bei der Premiere den Platz neben dem Souffleurkasten anweisen, ist der beste Beweis für die Qualität ihrer Arbeit. Und dass zum Jubiläum Bischof Friedhelm nach dem Besuch der Aufführung den Akteuren auf einer Karte handschriftlich eine »hervorragende Theaterdarbietung« bescheinigte, war vielleicht das schönste Geschenk zum Silberjubiläum.
Heinz Linduschka
25 Jahre Theatergruppe Mönchberg
Freitag, 27.4.2012
in Mönchberg
Liebe Theatergemeinde, liebe Gäste,
„Neues aus der Anstalt“ wurde nicht von Urban Priol, sondern bereits 1987 von den Mönchbergern erfunden. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Mönchberger in dem damals noch alten Pfarrheim, besser als die „Anstalt“ bekannt, mit drei Sketchen ihren Theateraktivitäten aus den 50er und 60er Jahren wieder aufleben zu lassen.
Getreu den Worten von William Shakespeare: „Und wenn du den Eindruck hast, dass das Leben Theater ist, dann such dir eine Rolle aus, die dir so richtig Spaß macht“.
Das machen die Mönchberger nun schon seit 25 Jahren und dieser Spaß an den Rollen ist spürbar und macht den Erfolg aus.
Die Einträge im Gästebuch im Internet verdeutlicht, dass die Gäste nicht nur „von do“ (wie einer geschrieben hat) sind, sondern auch aus Frankfurt, Gießen oder Salmtal kommen – um nur einige zu nennen.
Kompliment zur gelungenen Internetseite, wo man nicht nur viele Bilder, sondern auch die Steckbriefe der Darsteller findet und über Blogs immer das Neueste erfahren kann.
Der Regisseur Reinhold Keller ist ein Garant für ausverkaufte Theatervorführungen und holt aus seinen Schauspielern mit seiner mitreissenden Art die letzten Reserven heraus wenn es ums Küssen, Schlagen, Tanzen oder einfach Sprechen und Spielen geht. Er ist die Seele der Theatergruppe und die spiegelt sich im Spiel der ganzen Truppe wieder.
Und neben dem Spaß bei den Aufführungen dient das Ganze auch noch einem guten Zweck, denn mit dem erspielten Erlös wird jedes Jahr eine andere Initiative oder Gruppe beglückt.
Von Worzelkopp zu Gesetzbücher kann ich nur sagen: Ich gratuliere sehr herzlich und freue mich schon auf die nächsten 25 Jahre.