Mönchberg. Die Mönchberger Gesetzbücher haben mit ihrem
Theaterstück nicht nur Tausenden Freude gemacht, mit dem Erlös fördern
sie auch heuer das Leben in der Marktgemeinde: Schauspieler und
Regisseur Reinhold Keller (rechts) überreichte Ralf Zöller (links) 500
Euro für die Helfer vor Ort aus Schmachtenberg und Dekan Franz Leipold
(Mitte) für die Pfarrgemeinde Mönchberg 7600 Euro. Der VfL erhielt 2100
Euro. Die Helfer vor Ort finanzieren sich ausschließlich über Spenden
und haben in dieser Spielzeit
mit ihrem Einsatz dafür gesorgt, dass ein Zuschauer beim Stück ‚Kur mit Schatten‘ einen Herzinfarkt überlebt hat. Die
Pfarrgemeinde wird das Geld für die laufenden Kosten von Pfarrheim und
Kirche und für Renovierungen verwenden, der VfL nutzt die Spende zur
Förderung der Jugendarbeit. In 24 Jahren haben die ‚Gesetzbücher‘
160000Euro für das kulturelle und soziale Leben in Mönchberg gespendet. hlin/Foto: Heinz Linduschka
Gisbert Maibohm ist zur Kur im Kurhotel „Zum Rosa Flamingo“. Für Gisbert ist die Kur aber alles andere als erholsam. Gleich nach der Ankunft nimmt die nervige Tessa Gisbert in Beschlag. Dies gefällt Gisbert’s Frau Roswitha überhaupt nicht und spioniert als Gräfin getarnt ihrem Mann nach.
Dann tauchen noch die italienischen Kurgäste Mama und Vincenzo Vitello auf und interessieren sich für die Gräfin. Der Portier Thorsten Stiegler und die Krankengymnastin Silke haben mit Gästen alle Hände voll zu tun. Als beim Tanztee ein wertvolles Collier verschwindet, übernimmt Kommissar Horst Kaminsky den Fall. Wird für alle Beteiligten die Kur zum Erfolg? Eigentlich ist dies zu bezweifeln! Aber sehen Sie selbst…
Zum 250. Mal steht Alexandra Seufert am Samstag mit den Mönchberger Gesetzbüchern auf der Bühne. Heuer sorgt sie als Roswitha Maibohm dafür, dass kein Kurschatten an ihren Gatten herankommt. Foto: Heinz Linduschka
Mönchberg: Bei der Aufführung von »Kur mit Schatten« am heutigen Samstag ab 20 Uhr in der VfL-Halle feiert Alexandra Seufert ihren 250. Auftritt auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten. Wenn sie sich heuer als Roswitha Maibohm um ihren Gatten kümmert und alles daransetzt, dass Kurschatten keine Chance bei ihm haben, kommt ihr schauspielerisches Naturtalent von der ersten Minute an voll zur Geltung. Ob sie mit Spucke dafür sorgt, dass ihr Gisbert »sauber« bleibt, oder ob sie in komischer Verzweiflung fragt »Warum muss man sich in Männer verlieben? Ich hätt’ so einen schönen Hund anschaffen können«, das Publikum kommt aus dem Lachen kaum noch heraus, sobald Alexandra Seufert die Bühne betritt. Seit vielen Jahren zählt sie zu den Stützen der Mönchberger Gesetzbücher, in diesem Jahr aber hat sie ganz offensichtlich ihre Glanzrolle gefunden. hlin
Die Mönchberger Gesetzbücher präsentieren »Kur mit Schatten« erneut am Freitag und Samstag, 20. und 21. Mai, jeweils ab 20 Uhr in der VfL-Halle.
Mafia-Lustspiel: Mönchberger Gesetzbücher starten zur »Kur ohne Schatten« – Mitreißender Angriff auf die Lachmuskeln
Turbulentes Finale: Die Kurgäste werden vom Kommissar und von Mama Vitello mit Pistolen in die Zange genommen.
Foto: Heinz Linduschka
Mönchberg Laute Schimpfkanonaden à la »Mamma mia, Canneloni«, unzählige Schläge auf den Hinterkopf – so sieht es aus, wenn eine witzige Mafiavariante ihr Unwesen im Kurort Mönchberg treibt. Offensichtlich hat Regisseur Reinhold Keller mit seinem Team im 24. Jahr der Erfolgsstory der Mönchberger »Gesetzbücher« eine gute Nase bewiesen, als er im Kurort den lustigen Dreiakter »Kur ohne Schatten« wählte, denn so viel Lachsalven und Beifall wie bei der diesjährigen Premiere dürfte es im Pfarrheim noch selten gegeben haben.
Turbulenzen im rosa Foyer
Zugegeben: Es wird wieder viel mit Klamauk, mit Slapstick und auch mit Kalauern gearbeitet, aber das störte am Samstagabend niemanden. Turbulent, temporeich und mit meist mitreißender Spielfreude tobten sich die elf Akteure auf der Bühne aus, die in ein Kurhotelfoyer in Rosa verwandelt worden war. Der Portier Thorsten, von Marco Motzel – »Schick bis ins G’nick und wieder zurück« – in einer schönen Mischung aus Diensteifer und Motzhaltung gespielt, konnte den Eindruck gewinnen, nicht in einem Kurhotel, sondern in einer Irrenanstalt hinter dem Tresen zu stehen. Eleonore Knapp – wieder zum Schießen komisch – versucht als Mama Vitello mit ihrem Sohn Vincenzo, souverän und wandlungsfähig von Werner Becker verkörpert, das Collier der Gräfin Mathilde von Märthesheimer zu stehlen, von Renate Miltenberg genau so gespielt, wie man sich eine Gräfin vorstellt, die im Kurort Mönchberg kurt. Auch der Anton Häfner des Alois Miltenberger und der Peter Dressler des Erich Österlein erfüllen alle Klischees von kurunwilligen Kurgäste, die unentwegt auf die Suche nach Pizzas und Bier-Sixpacks sind und die Anwendungen als notwendiges Übel hinter sich bringen wollen.
Spaß bei Slapstick und Kalauer
Dass beide manchmal dicht an der Grenze zum Slapstick agieren und dabei nur noch vom Kommissarverschnitt Udo Seufert übertroffen werden, der so etwas wie eine Mönchberger Variante der »nackten Kanone« mit viel Spaß am überzogenen Agieren und am Kalauer auslebt, sorgt bei »Kur ohne Schatten« immer wieder für beste Laune im Publikum. Den großen Renner im Stück allerdings liefert ein Ehepaar, wobei der Mann von seiner Frau zur Kur gebracht wird: die Figuren der Roswitha und des Gisbert Maibohm sind allein schon das Eintrittsgeld wert. Alexandra Seufert und Gebhard Motzel liefern in diesen Rollen eine Leistung ab, die auch Profis alle Ehre machen würde. In begeisternder Naivität fragt sich Roswitha immer wieder: »Warum muss man sich in Männer verlieben? Ich hätt’ so einen schönen Hund anschaffen können.« Und ihr Gisbert braucht fast bis zum Ende des Stücks, um »Ehefrauenspucke auf der Backe« so richtig schätzen zu können. Dann hat der Göttergatte die Angriffe der beeindruckend nervigen Tessa, der temperamentvollen Anita Keller mit den lila Haaren, endlich abgeschlagen, auch mit Hilfe der patenten Krankengymnastin Silke, taff und energisch von Michaela Goihl dargestellt. Dass es um den echten oder vermeintlichen Diebstahl eines Colliers geht, ist fast schon Nebensache, so turbulent geht es zwischen den Gästen und Angestellten des Kurhotels zu. Und dass am Ende Vincenzo von der Mafia etwas mit Silke von der Krankengymnastik anfängt, wundert niemanden, denn bei einer Komödie kriegt am Ende ohnehin fast jeder jemanden ab. Ohrenfeigenfestivals zwischen Häppchen, alternative Reiseziele wie »Mallorca, Paris und Röllbach«, die besorgte Ehefrau Roswitha, die als eine zum Brüllen komische falsche Gräfin mit schwarzer Brille blind wie ein Maulwurf »unauffällig im Hotelfoyer herumflambiert« und unentschlossen zwischen »beknackt« und »overdressed« schwankt – wer von einer Komödie zwei Stunden lang lustige Unterhaltung ohne eine Minute Langeweile erwartet, kommt bei »Kur ohne Schatten« der »Gesetzbücher« voll auf seine Kosten. Dass Ludwina Weis als Souffleuse wieder mal arbeitslos ist, dass die Maske der Helga Becker und die Frisuren der Jessica Schöner genauso stimmig sind wie die Technik, für die Ronald Reinfurt und Mike Haber sorgen, rundet einen gelungenen Abend ab, zu dem man Regisseur Reinhold Keller und seiner Truppe nur gratulieren kann. Heinz Linduschka
Theater: Neue Komödie der »Gesetzbücher« hat am Samstag, 26. März, Premiere im Mönchberger Pfarrheim
Mönchberg Am 26. März öffnet sich im Pfarrheim Mönchberg wieder der Vorhang zur Theatersaison; bereits am 10. Februar hat der Kartenvorverkauf begonnen. Es ist die 24. Saison der »Gesetzbücher«, die Jahr für Jahr für beste Unterhaltung garantieren und dafür sorgen, dass die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert werden.
Turbulent geht es im Foyer des Kurhotels »Der rosa Flamingo« zu, wenn die Mönchberger »Gesetzbücher« ab Samstag, 26. März, zur »Kur mit Schatten« einladen. Foto: Heinz Linduschka
Foto: Heinz Linduschka
Ganz stilvoll haben die Verantwortlichen in diesem Jahr eine Komödie gewählt, die besonders gut in den Luftkurort Mönchberg passt: »Kur mit Schatten« heißt das Stück in drei Akten mit elf Akteuren, von denen die meisten eingeschworenen »Gesetzbücher«-Fans bestens bekannt sind. Im Foyer eines Kurhotels spielt sich eine turbulente Geschichte ab. »Rosa Flamingo« als Schauplatz In Kurzfassung und ohne das Ende zu verraten: Gisbert Maibohm ist zur Kur im Kurhotel Zum Rosa Flamingo. Für ihn ist die Kur aber alles andere als erholsam. Gleich nach seiner Ankunft nimmt ihn die nervige Tessa in Beschlag. Das gefällt seiner Roswitha, Gisberts Frau, natürlich ganz und gar nicht. Sie spioniert als Gräfin getarnt ihrem Mann nach. Als italienische Kurgäste sich ganz intensiv für die angebliche Gräfin interessieren und beim Tanztee ein wertvolles Collier verschwindet, wird es höchste Zeit, dass ein Kommissar auf der Bühne auftaucht – ohne dass dadurch natürlich Ruhe einkehrt – im Gegenteil! »Kur mit Schatten«, eine Komödie mit dem Originaltitel »Unter Bademänteln«, kommt in Mönchberg insgesamt 14-mal zur Aufführung. Heinz Linduschka